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Stachelige Gesellen
 
Seit die Blätter fallen erleben wir wieder den alljährlichen "Igelboom" in unserer Praxis. Daher sei zuerst einmal allen Menschen, die sich um diese und alle anderen hilfsbedürftigen oder Not leidenden Wild- und/oder Fundtiere kümmern, sehr herzlich für ihren Einsatz und ihre Tierliebe gedankt!

Wenn Sie einen Igel winterschlaftauglich füttern möchten, so tun Sie das bitte ausschließlich mit Katzenfeuchtfutter, Rinderhack und hart gekochtem Ei. Ein Jungtier muss rund 500 g auf die Wage bringen, ein ausgewachsener Igel sollte etwa 1000 g schwer sein, bevor er sich in den Winterschlaf begibt. Lassen Sie Laubhaufen in einer geschützten Gartenecke liegen, und füttern Sie dort, solange es noch nicht regelmäßig friert. Wenn das Tier einen kranken Eindruck macht, untersuchen wir es gerne. Häufig müssen Igel gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt werden. Prinzipiell dürfen Wildtiere wie der heimische Braunbrustigel nur in Ausnahmefällen und nur um sie gesund zu pflegen in menschliche Obhut genommen werden. So schreibt es das Bundesnaturschutzgesetz vor. Bitte lassen Sie "Ihren" Igel also wieder frei, sobald er sich erholt hat.
 
 
Winterzeit – Schlemmerzeit
 
In der dunklen Jahreszeit lassen wir Zweibeiner es uns gerne zu Hause gut gehen, und viele erfreuen sich an besonderen Köstlichkeiten. Das fängt bei der Martinsgans an und hört beim Silvesterfondue auf, dazwischen gibt’s Plätzchen, Schokolade, Lebkuchen, Stollen uvm. Bitte passen Sie gut auf, dass Ihr Hund keine Weintrauben, keine Rosinen, keine Bitterschokolade und keine Röhrenknochen stibitzt oder gar gereicht bekommt: all dieses kann ihm zum Verhängnis werden. Sollte es trotzdem passieren, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf!

Wir alle wissen, dass ein übergewichtiger Hund eher für Stoffwechselprobleme anfällig ist und leichter Gelenk- oder Kreislaufprobleme bekommt. Die Verunsicherung, ob der eigene Hund nun zu dünn, schlank, vollschlank oder gar zu dick ist, ist aber oft groß. Verwandte, Freunde oder benachbarte Hundebesitzer, die man beim "Gassi-Gehen" trifft, geben oftmals – gefragt oder ungefragt – einen Kommentar zum Thema Hundefigur ab, was meist wenig hilfreich ist. Deshalb merken Sie sich einfach die Faustregel, dass ein Hund von oben betrachtet eine Taille haben muss. Ist diese kaum noch oder nicht mehr zu erkennen, streichen Sie die Leckerchen, oder besuchen Sie Ihren Tierarzt zu einem Beratungsgespräch in Sachen Hundeernährung.
 
 
Fit durch den Winter
 
Planbare Operationen und Eingriffe unter Kurznarkose bei Pferd, Hund und Katze, wie z.B. Kastration, Zahnsanierung, HD-Röntgen etc., sollten Sie sich für die kalte Jahreszeit vornehmen. Eine Narkose kann bei diesen Temperaturen den Kreislauf Ihres Tieres nicht so stark belasten wie im Hochsommer, außerdem gibt es keine lästigen Fliegen, die bei Weidepferden die Wundheilung beeinträchtigen können.

Die Ställe von draußen lebenden Kaninchen und Meerschweinchen brauchen jetzt dringend eine gute Isolation gegen Nässe und Kälte. Leider erleben Tierärzte zunehmend vernachlässigte kleine Nager. Die Tiere leiden häufig unter Zahnfehlstellungen, die oft unbemerkt bleiben und zu ernsthaften Erkrankungen führen. Im Winter brauchen diese kleinen Heimtiere mindestens ebenso viel Fürsorge wie im Sommer und ganz besonders eine artgerechte Fütterung. Wir beraten Sie gerne.
 
 
Besondere Aufmerksamkeit für ältere Tiere – nicht nur im Winter
 
Ältere Tiere haben einen stark erhöhten Kalorienverbrauch, wenn sie frieren. Da das Immunsystem "mitaltert", sind sie anfälliger für Erkältungskrankheiten. Darum decken Sie bei Frost (aber erst wenn das Winterfell ausgebildet ist!) alte Weidepferde ein, und ziehen Sie Ihrem betagten Hund bei Wind und Wetter einen wärmenden Regenschutz über. Ihre Katze wird sich selbst ein kuscheliges Plätzchen suchen.

Unsere Senioren verdienen ohnehin unsere besondere Aufmerksamkeit. Nach langen Jahren, die im Flug vergehen, stellen wir plötzlich fest, dass die Tiere erste "Zipperlein" haben, mehr schlafen, bedächtiger laufen, Gewicht zulegen, ergrauen oder Verhaltensänderungen aufweisen. Spätestens dann ist es an der Zeit, die Ernährung umzustellen, um dem veränderten Stoffwechsel gerecht zu werden. Unsere Tiere müssen dann noch genauer beobachtet werden, um Krankheiten rechtzeitig zu bemerken und deren Manifestation zu verhindern.

Im Alter leiden viele Pferde, Hunde und Katzen an Arthrose, an Leber- und Nierenkrankheiten, an chronischen Zahn- oder Maulhöhlenerrankungen, an Herzerkrankungen, an chronischen Atemwegserkrankungen, an Hormonstörungen (z.B. Diabetes mellitus, Cushing-Syndrom, Schilddrüsenunter- oder -überfunktion), an chronischen Verdauungsstörungen oder an der Ausbildung diverser Tumore. Je eher all diese Krankheiten erkannt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Darum gehen Sie mit Ihrem Senior regelmäßig zum Tierarzt und lassen Sie ihn gründlich durchchecken. Bei rechtzeitiger Diagnose haben wir die Möglichkeit, durch gezielte Maßnahmen das Leben Ihres Tieres nicht nur zu verlängern, sondern seine Lebenslust und -qualität zu steigern .
 
In diesem Sinne wünschen wir allen Zwei- und Vierbeinern: Kommen Sie gesund durch den Winter!
 
 
 
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